Glaubenssätze erkennen und verändern
Gesundheitstipps
Wie denken (was glauben) Sie über sich, Ihre Beziehungen, über die Welt und Ihr Leben? Fühlen Sie sich erfolgreich, im Frieden, sicher, frei und unabhängig? Angekommen und in Freude eingebettet auf Ihrem Platz, in Ihrem Leben?

Die automatische Nachahmung, das Konditioniert-Werden ist ein natürlicher Prozess, der Kinder nahtlos in ihre soziale und äußere Umgebung einpasst und als verbundenes Mitglied der Gruppe aufwachsen lässt.
Und vieles von dem, was wir als kleine Kinder von unseren Vorbildern übernehmen, ist gesund, hilfreich und für ein erfolgreiches Überleben wichtig.
Und doch bleiben auch Glaubenssätze in uns gespeichert, die wir bewusst mit Reflexion erkennen, überprüfen und verändern sollten - spätestens sobald wir selbstständig und unabhängig ein eigenes Leben führen.
Was sind Glaubenssätze?
Um anfangs als hilflose und abhängige Wesen in der Welt überleben zu können, müssen wir uns gezwungenermaßen an unsere soziale und äußere Umgebung anpassen und deren Bewertungen zu allen Überlebensfragen und Werten vertrauen. Das passiert ganz automatisch. Selbst wenn wir uns als Kinder oder Jugendliche gegen bestimmte Regeln aufgelehnt haben - dann wird meistens ein anderer oder gegenteiliger Glaubenssatz angenommen.
Unser Glauben und Fühlen zum Wer-ich-bin werden ganz früh davon beeinflusst:
- In welcher Familie wurde ich geboren und erzogen?
- Wie denken und fühlen meine Vorbilder über das Leben, Beziehungen, die Welt?
- In welcher Gesellschaft bin ich aufgewachsen?
- Welche religiöse Überzeugung ist in dieser Gesellschaft verankert?
- Wie werde ich von meinen Mitmenschen wahrgenommen und behandelt?
- An welche Umgebung, welche Lebensbedingungen muss ich mich anpassen, um zu überleben?
Was ist das Problem an Glaubenssätzen?
Fixe Glaubenssysteme trennen uns von der Realität, vom Hier-und-Jetzt-Erleben. Mit jedem Glaubenssatz wird die volle Bandbreite der Möglichkeiten auf eine festgefahrende Idee und Vorstellung reduziert.
Es entsteht eine Parallelwelt, in der ein Glaubensinhalt erwartungsgemäß und unveränderlich auf immer gleiche Weise abläuft und erlebt wird. Die Inhalte eines Glaubenssatzes sind tief verknüpft und verwoben mit dem "so bin ICH". Wir sitzen wie ein Goldfisch in seinem Glas - und erkennen das verbrauchte, ungesunde Wasser nicht.
Meistens werden wir durch das Spiegeln von Außen entweder direkt oder indirekt informiert. Indirekt leider oft durch Misserfolge, Missverständnisse, Krankheiten und das Gefühl, in bestimmten Bereichen auf der Bremse zu stehen oder wie ferngesteuert zu reagieren.
Als kleinen Verwandten eines Glaubenssatzes sehe ich Vorstellungen. Vorstellungen die haben die Eigenschaft, sich VOR meinen Kontakt zur Realität zu STELLEN und einen klaren und unvoreingenommenen Blick zu verhindern. Und damit auch ein echtes ErLeben und angemessenes Reagieren auf den Moment.

Die linke Person auf dem Bild hat schon früh gelernt: "Hunde sind gefährlich und beißen". Dieser Glaubenssatz ist so stark verankert, dass sie sogar jedesmal die Straßenseite wechselt, wenn ihr ein Hundehalter entgegenkommt. Sie leidet nicht nur bei dieser Gelegenheit unter großem inneren Stress - allein die Vorstellung an Hunde reicht oft schon aus. Dabei hatte diese Person (43 J.) bisher noch keine bedrohliche oder negative Erfahrung mit Hunden.
Häufige Glaubenssätze
Zum (Über-) Leben:
- Das Leben ist kein Ponyhof
- Von nichts kommt nichts
- Geld stinkt - Geld verdirbt den Charakter
- Das Leben ist ein einziger Kampf
- Bescheidenheit ist eine Zier
- Leid ist eine Prüfung Gottes
- Ich muss stark sein
- Ich muss positiv denken
Zum Selbstwert:
- Ich bin nicht wichtig
- Ich bin nicht genug
- Ich bin wertlos
- Mit mir stimmt etwas nicht
- Ich darf keine Fehler machen
- Ich habe es nicht verdient geliebt, gehört, gesehen zu werden
- Ich bin unfähig
- Ich bin ein Pechvogel
- Was ich will, das bekomme ich immer.
Zu Beziehungen:
- Ich darf nicht laut werden, nicht wütend sein, sonst werde ich nicht mehr geliebt.
- Wenn ich mich öffne und tief einlasse, werde ich verletzt oder im Stich gelassen.
- Über Probleme spricht man nicht
- Alle Menschen sind gut
- Ich darf keine Schwäche zeigen
- Der Klügere gibt nach
- Keiner versteht mich
- Ich darf mich nicht zeigen wie ich bin
Zur Welt:
- Die Welt ist ein gefährlicher Ort
- Ich gehöre nicht hierher
- Ich muss die Kontrolle haben, nur dann bin ich sicher
- Man darf keinem vertrauen, sonst wird man in die Pfanne gehauen
- Am Ende ist man auf sich allein gestellt
- Reiche bzw. schöne Menschen sind oberflächlich
- Ich darf meinen eigenen Weg nur gehen, wenn andere ihn gutheißen
Woran erkenne ich Glaubenssätze?
Glaubenssätze entlarven sich durch absolute, immer gültige Aussagen. Die Aussage, die dazugehörigen Gefühle und Reaktionen werden nicht in Frage gestellt, sondern selbstverständlich hingenommen.
Hier in meiner Praxis höre ich oft die Wörter:
- jeder
- niemand
- keiner
- immer
- nie
Auch auffällig ist, wenn Jemand sehr oft das Wort "man" nutzt. Dann bitte ich darum, das „man“ mit „ich“ zu ersetzen und den Satz nochmals zu wiederholen. Oft merken wir dann, dass die Aussage nun nicht mehr so geschmeidig und selbstverständlich über die Lippen kommt wie vorher.
Tipp: Fragen Sie vertrauenswürdige Freunde / Bekannte nach sich wiederholenden Auffälligkeiten in Ihrer Kommunikation und non-verbalem Auftreten. Mit welchen festgefahrenen Argumenten oder Einstellungen oder Lebenssituationen fallen Sie Ihrem Umfeld regelmäßig auf?
Und was fällt Ihnen selber auf? Wo fühlen Sie sich begrenzt, wie gefangen, wie ferngesteuert? Welche Einstellungen (Ängste) lassen Sie nicht vorwärts kommen? Oder nicht gesund bleiben? Oder unstabil, unzufrieden, unfrei?
Die Liste der Einschränkungen ist lang und Sie selbst wissen am besten, wo Ihnen die Fesseln eines Glaubenssatzes schmerzhaft ins Fleisch schneiden.
Es ist sogar möglich Glaubenssätze über Situationen haben, die wir noch gar nicht persönlich erlebt haben. Die nur in unserer Fantasie leben.
Wie kann ich meine Glaubenssätze „löschen“ ?
Wenn wir immer wieder bewußt prüfen und neu bewerten, welches Denken, Fühlen und Handeln uns genau Jetzt und Hier am meisten fördert, in Kontakt bringt, gesund erhält und zum Erfolg führt, entWickeln wir uns weiter.
Und kommen der Essenz, die uns wirklich ausmacht und unseren Möglichkeiten immer näher.
1. Bewußte Reflexion
Wenn Sie einen oder mehrere Glaubenssätze erkannt (oder im Verdacht) haben, notieren Sie sich folgende Zusammenhänge:
- In der Situation xyz kommt mir sofort der Gedanke: …...….
- Dadurch fühle ich mich ……...........
- Dann reagiere ich mit ……………..
Überprüfen Sie mit kritischem und logischem Nachdenken, ob Ihr Gedanke und Ihre Reaktion IMMER und zu 100 % für diese Situation angemessen und richtig ist. Wenn das nicht zutrifft, können Sie in zukünftigen Situationen xyz mit Ihren Erkenntnissen spielen und experimentieren.
Ich persönlich gehe es so an: Zunächst versuche ich, aufkommende alte Gedanken und Gefühle nicht mehr ernstzunehmen und wegzuschicken. Ich tue so, als ob ich JETZT das erste Mal diese Situation erlebe und ich versuche, mich ohne Ablenkung auf das JETZT Geschehen - ganz neu - einzulassen. Das klappt oft nicht aufs erste Mal und doch mit jedem Mal ein bißchen mehr.
Dieses Vorgehen lehnt sich an Byron Katies „The Work“ an. Durch bewusstes Überprüfen der Wahrheit Ihrer Glaubenssätze können Sie sich nach und nach von vielem befreien.
2. Mein persönlicher Favorit: EFT-basiertes Klopfen.
Als Grundlage nehme ich meinen klar formulierten Glaubenssatz mit dem dazugehörigen Körpergefühl (Enge in der Brust, Nebel im Kopf, Kloß im Hals, Anspannung im Nacken etc.).
Dazu führe ich tatsächlich Buch, damit ich die Veränderung klar nachvollziehen kann. Oft ist der zuerst entdeckte Glaubenssatz nur die Spitze eines größeren Glaubenssystems. Und alles, was ich mit dem Klopfen aufdecke, schreibe ich auf, um den Überblick zu behalten und auch später auf echte Veränderung überprüfen zu können.
Insgesamt wende ich das EFT-basierte Klopfen eines Glaubenssatzes mindestens 21 Tage lang an.
3. Suggestionen
Auch sorgfältig formulierte Suggestionen im Rahmen einer Selbsthypnose oder Autogenem Training sollten mindestens 21 Tage ohne Unterbrechung angewendet werden, um das Anwurzeln neuer Erkenntnisse zu bewirken. Und möchten dann so gehegt und gepflegt werden wie junge Pflänzchen.
Affirmationsarbeit halte ich für zu oberflächlich, um eine dauerhafte Loslösung zu erreichen - die meisten alten Konditionierungen hängen tief verankert im Unterbewußtsein und können viel besser durch tiefe bewußte Reflexion bzw. aufdeckende Methoden erreicht werden.
Das ist jedoch meine persönliche Meinung - die sich auf persönliche Experimente und Erfahrung gründet.
Wenn Selbsthilfe allein nicht zum Erfolg führt
Leider wird uns nicht von Hause aus beigebracht, nicht alles zu glauben, was wir denken.
Und wenn sich aufgrund zu strenger und liebloser Erziehung, unfairer Behandlungen und traumatischer Lebensereignisse sehr ungesunde Überlebensstrategien gebildet haben, kann therapeutische Begleitung wichtig sein. Starke Ängste, massive Selbstabwertungen, körperliche Daueranspannung, regelmäßige Beziehungskrisen reduzieren deutlich unsere Lebensqualität, unsere Gesundheit und nicht zuletzt unsere persönlichen und beruflichen Möglichkeiten.
Hilfreiche Methoden können sein: Kognitive Verhaltenstherapie, körperorientierte Ansätze, Hypnosetherapie mit innerer-Kind-Arbeit, Teilearbeit, Traumatherapie, EMDR, professionelles EFT-basiertes Klopfen.
Mit der Überwindung von stark einschränkende Glaubenssätze und Überlebensstrategien ist ein anderes Fühlen und ErLeben möglich: ein verbundenes Selbstgefühl, mehr Freiheit, mehr innerer Frieden und Sicherheit. Und mehr Erfolg bei der eigenen Selbstentfaltung.

Ich bin Iris Naumann, Heilpraktikerin seit 2004 und begleite Sie mit Herz, Fachwissen und all meiner Erfahrung auf Ihrem Weg zu mehr Gesundheit, Klarheit und innerer Freiheit.















