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Wenn unsere Seele nach Hilfe ruft -

Psychosomatische Beschwerden

Gesundheitstipps

Psychosomatische Beschwerden sind Botschaften unserer Seele, die durch körperliche Symtome und Schmerzen ausgedrückt werden. Doch wie können wir diese Zeichen verstehen und besser damit umgehen? 

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Psychosomatische Beschwerden - Hilferuf der Seele
KI generiert

Was sind psychosomatische Beschwerden?

Schon in der Antike war bekannt, dass sich unsere Psyche und unser Körper (Soma) ständig gegenseitig beeinflussen. Positive und negative Gefühle und Gedanken - sowie natürlich Stress, wirken direkt auf unser Nervensystem, Hormone und Immunsystem. Dies wiederum hat körperlichen Einfluß auf unsere Verdauung, unseren Schlaf, auf den Puls, die Atemfrequenz und Muskelspannung. [1] [2] 

Unsere Emotionen bleiben nicht unsichtbar - wenn wir sie ausdrücken, spiegeln sie sich für die Außenwelt in unserer Mimik und Körperhaltung. Wenn wir sie (dauerhaft) unterdrücken, finden sie einen Weg um sich auszudrücken - oft mit sehr unangenehmen körperlichen Beschwerden = psychosomatische Beschwerden.

Körper und Seele: Die unsichtbare, untrennbare Verbindung

Schon Hippokrates in der griechischen Antike, die klassische chinesische Medizin sowie traditionelle, schamanische und indigene Heiltraditionen nehmen Körper und Seele als untrennbare Einheit. Aus dieser Perspektive sind äußere Beschwerden keine Zufallsprodukte, sondern Hinweise auf ganz bestimmte innere Schieflagen - und eine Einladung, nach innen zu lauschen und zu forschen. Denn die Seele sendet ihre Botschaften in symbolischer Sprache - und der Körper übersetzt diese Symbole sinngemäß in Befindlichkeiten und Beschwerden - die Symptome. 

 

Typische Schmerz- und Beschwerdebilder, die mir in der Praxis häufig begegnen:

Natürlich ist jedes Symptom individuell und muss vorab auch medizinisch abgeklärt werden. Jedoch gibt es typische Muster, die mir im Praxisalltag immer wieder begegnen:

Rückenschmerzen

Rückenbeschwerden entstehen meiner Meinung nach oft nicht ursächlich durch Bandscheibenprobleme, sondern eher durch eine Daueranspannung in den Rückenmuskeln. Durch ungleichen Muskelzug wird auch das Knochenskelett aus seiner optimalen, ausbalancierten Haltung gezogen und ungünstige Schonhaltungen eingenommen. Wer das Gefühl hat, „zu viel tragen zu müssen“ oder zuviel Verantwortung übernimmt, unangenehme Konflikte oder Schuldgefühle hat, spürt diese Last oft buchstäblich im Kreuz. Es ist wie ein Ruf nach Entlastung.

Beispiele aus der Praxis (Namen sind geändert):

Stefan (52), Familienvater und Manager, fühlt sich oft wie ein „Muli" – beruflich wie privat wird von ihm erwartet, dass er alles mögliche erledigt und Lösungen für die Familie und die alten Eltern findet. Immer öfter leidet er unter Rückenschmerzen, bis zum Hexenschuss. Erst als er beginnt, verschiedene Verantwortungen zu teilen und abzugeben und regelmäßige Auszeiten mit Entspannungsmethoden einführt, lösen sich die Verspannungen.

Anna (42) arbeitet Vollzeit, mit zwei kleineren Schulkindern und ihrer pflegebedürftige Mutter (ist im Pflegeheim). Ihr Nacken und Rücken sind ständig verspannt. Massagen und Krankengymnastik helfen ihr immer wieder kurzzeitig. Doch erst als sie in der Therapie lernt, sich gesund und ohne Schuldgefühle abzugrenzen, ein gesundes „Nein“ zu sagen und Aufgaben abzugeben, lösen sich die Schmerzen dauerhaft.

Reizmagen und Reizdarm

Wut, Ärger und Gereiztheit, Angst und Unsicherheit, schlechtes Gewissen, Ignorieren der eigenen Bedürfnisse, das „Hinunterschlucken“ von Gefühlen: all das kann sich durch diverse Magenbeschwerden zeigen. Der Magen verdaut nicht nur unser Essen, sondern zeigt auch, wie wir unseren Alltag erleben und "verdauen". Unser Darm ist eher wie ein chronischer Speicher von sicher verdrängten, unbewußten Geschichten und Konfliken. Reizmagen und Reizdarm sind in diesen Fällen die bekanntesten Diagnosen. 

Beispiele aus der Praxis (Namen sind geändert):

Peter (35) wird durch einen Kollegen in der Arbeit heftig kritisiert, ohne zu widersprechen oder sich zu verteidigen. Wenig später entwickeln sich undefinierbare Magenschmerzen. Die ärztliche Untersuchung bleibt ohne Befund. Durch eine Hypnose mit Ursachenfindung ergibt sich die Klärung des Konflikts und sein Magen entspannt sich wieder.

Nina (23) steht in dauerhaften Konflikt mit ihrer älteren Schwester, die immer noch viele (ungebetene) Ratschläge für sie hat. Aus Angst vor Zurückweisung sagt sie nichts zur Schwester, sondern ihren Widerspruch und Ärger immer wieder hinunter. Nach Monaten bekommt sie regelmäßig Übelkeit und Magendrücken. Die Entwicklung von einem besseren Selbstwertgefühl gibt ihr den Mut zur offenen Aussprache und verschafft ihrem Bauch endlich Entlastung.

Vor anstehenden Prüfungen ist Amelie (14) schon Tage vorher nervös und aufgewühlt. Sie schläft schlecht, hat Magendrücken und leidet vor allem unter Durchfällen. Die ärztliche Untersuchung ist ohne Befund und wird als psychosomatisch erklärt. Lisas Körper drückt ihre übermäßige seelischen Anspannung auf diese Weise aus.

Hautprobleme

Als unser größtes Organ grenzt die Haut unser Inneres vom Äußeren ab, auf einer körperlich materiellen Ebene - und psychisch emotionalen Ebene. Wir können das gut erkennen, wenn intime Grenzen durch uns selbst oder von anderen überschritten wurden, und unsere Haut auf Überforderung, Scham, Ekel, dem Wunsch nach Abstand oder nach Nähe reagiert.

Beispiele aus der Praxis (Namen sind geändert):

Paula (28) wohnt und arbeitet weit entfernt von ihrer Ursprungsfamilie. Als Kind litt sie unter Neurodermitis. Seit einigen Jahren bekommt sie Ekzeme an Hals und Händen, wenn sie eingeladen wird, bei großen Familientreffen, wenn sie sich mit mehr als 3-4 Menschen verabredet. Nachdem sie gelernt hat, sich so zu zeigen wie sie sich fühlt - und sich richtig damit zu fühlen, wurden die Ausschläge sehr viel besser.

Sebastian (26) litt schon als Jugendlicher unter einem strengen Vater unter Versagensangst. Jetzt entwickelt plötzlich ein juckendes Ekzem, nachdem er im Job wiederholt kritisiert wird und sich „bloßgestellt“ fühlt. Seine Haut reagiert wie eine Schutzbarriere, die ihm hilft, sich abzugrenzen. Mit professioneller Unterstützung lernt Sebastian seiner alten Wut Ausdruck zu verleihen. Er lernt seinen eigenen Wert kennen und schätzen und sich besser gegen Kritik zu behaupten. Das Ekzem ist inzwischen verschwunden und bisher nicht wieder in Erscheinung getreten.

Herzschmerzen

Die körperlichen Symptome wie stark spürbares Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern, Herzstechen, Herzdrücken machen den Betroffenen oft ganz schön Sorgen und Angst. Auch hier ist der Gang zum Arzt die erste Maßnahme. Wenn dieser dann den organischen Zustand des Herzen sogar lobt - kommt die psychosomatische Bedeutung ins Spiel. In unserer Sprache suchen wir dann nach Hilfe bei Herzschmerz oder gebrochenen Herzen. Die Sehnsucht nach Liebe und Angst vor Verletzlichkeit: die Betroffenen befinden sich üblicherweise in emotionalen, belastenden Situationen, die oftmals mit Verlust oder Angst vor Verlust zu tun haben.

Beispiele aus meiner Praxis (Namen sind geändert):

Thomas (49) leidet nach der Trennung von seiner Frau (die beiden Kindern bleiben bei ihr wohnen) unter schmerzhaften Herzstichen. Medizinisch ist alles unauffällig. Erst die Bearbeitung seiner sehr alten Verlustangst und der Trauer um die jetzigen Situation bringen ihm körperliche Erleichterung und Lösungsideen für die weitere Zukunft.

Nach der Trennung von ihrem langjährigem Freund spürt Clara (31) Herzstiche und eine drückende Enge im Herzraum. Medizinisch ist alles in Ordnung, doch die Trauer und weitere alte, einschränkende Muster müssen psychisch und emotional verarbeitet werden. Das Zulassen von Gefühlen und eine neugefundene Selbstwirksamkeit verschaffen ihr zunehmende Erleichterung.

Schlafstörungen

Einschlafprobleme und / oder Durchschlafstörungen sind häufig Signale einer Überlastung durch Grübeln, Sorgen oder Perfektionismus. Damit in Verbindung finden sich oft ein übermäßiges Kontrollbedürfnis (alte Überlebensstrategie), verschiedene Ängste, Gefühle von Machtlosigkeit und Schutzlosigkeit oder auch alten Schuldgefühlen. Kopf und Körper können nicht loslassen und finden keine Ruhe.

Beispiel aus der Praxis (Name ist geändert):

Sabine (39), verheiratet mit 2 Kindern, halbtags berufstätig, will alles perfekt machen. Oft geht sie trotzdem mit dem Gefühl ins Bett, nicht fertig geworden zu sein, bzw. es nicht gut genug macht zu haben. Sie ist erschöpft, kann aber nicht einschlafen, weil viele Szenen und Szenarien in ihrem Kopf kreisen und sie emotional aufwühlen. Morgens ist sie gar nicht ausgeruht und geht so in ihren anstrengen Tag. Erst als sie sich gewahr wird, wie wertvoll und liebenswert sie ist, OHNE eine Leistung erbringen zu müssen, wird sie innerlich stabiler, selbstbewußter und gelassener.


Die „Holy Seven“ 

Es gibt sieben wissenschaftlich anerkannte psychosomatische Krankheitsbilder, bei denen auch medizinisch der Zusammenhang zwischen seelischer Belastung und körperlicher Erkrankung besonders gut belegt ist. Diese Zusammenhänge bedeuten nicht, dass psychische Faktoren allein für diese Krankheiten verantwortlich sind. Sie zeigen jedoch klar, dass Körper und Psyche untrennbar zusammenwirken – und dass eine dauerhafte Heilung ohne Berücksichtigung der seelischen Ebene oft nicht vollständig erreichbar ist.

Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
Psychischer Bezug: Anhaltende Konflikte und chronischer Stress. 
Der Magen reagiert besonders sensibel auf dauerhafte innere Spannung, ungelöste Konflikte und das Gefühl, etwas „schlucken zu müssen“, das eigentlich nicht verdaulich ist.

Asthma bronchiale (nicht allergisches Asthma)
Psychischer Bezug: Angst, Überforderung, innere Enge. 
Asthma wird häufig mit Situationen in Verbindung gebracht, in denen Betroffene sich eingeengt fühlen, keinen Raum erleben oder Angst haben, nicht „durchatmen“ zu können – emotional wie körperlich.

Neurodermitis
Psychischer Bezug: Grenzüberschreitungen, Abwehr, ungelöste Beziehungskonflikte.
 Das Kontaktorgan Haut reagiert besonders auf Probleme mit Nähe, Distanz und Selbstschutz. Häufig besteht eine innere Spannung zwischen dem Wunsch nach Kontakt und dem Bedürfnis nach Abgrenzung.

Colitis ulcerosa (chronische Entzündung des Dickdarms)
Psychischer Bezug: Anhaltende seelische Not, chronische Überforderung.
 Diese Erkrankung steht oft im Zusammenhang mit lang andauerndem inneren Stress, ungelösten emotionalen Belastungen und dem Gefühl, etwas nicht mehr (aus-)halten oder integrieren zu können.

Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie)
Psychischer Bezug: Dauerstress, innere Anspannung, hoher Leistungsdruck.
 Die Betroffenen stehen häufig permanent „unter Strom“, setzen sich selbst oft zu hohe Ziele bzw. haben eine zu hohe Erwartung an sich selbst, übernehmen zu viel Verantwortung oder unterdrücken eigene Bedürfnisse, was sich langfristig in dauerhaft erhöhtem innerem Druck widerspiegelt. 

Rheumatoide Arthritis
Psychischer Bezug: Unterdrückte Wut, innere Starre, emotionale Bewegungseinschränkung. Die Erkrankung wird oft mit lange zurückgehaltener Aggression, ungelöster Kränkung und mangelnder innerer Beweglichkeit in Verbindung gebracht. 

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Psychischer Bezug: Dauerstress, Ruhelosigkeit, innerer Antrieb ohne Erholung.
 Die Schilddrüse reagiert sensibel auf chronische Überforderung, innere Unruhe und das Gefühl, ständig funktionieren oder leisten zu müssen, ohne ausreichend zur Ruhe zu kommen.

 

Psychosomatische Signale richtig deuten

Oft genug (be)nutzt die Seele unseren Körper, um auf Schieflagen im Denken oder Fühlen hinzuweisen. Symptome wie Bauchschmerzen, Reizhusten oder ein Kloß im Hals sind als verschlüsselte Sprache des Unbewussten zu verstehen, voller Symbolik und oft rätselhaft. Nicht jede seelische Botschaft an den Körpers können wir in einem Lexikon nachschlagen und glasklar deuten. 

Es geht nicht darum, dass wir uns ununterbrochen selbst beobachten und kontrollieren und jede Beschwerde über-deuten. Das ist auch nicht gesund.

Wenn Symptome jedoch chronisch werden, uns dauerhaft einschränken, oder immer wieder auftreten, lohnt es sich vielleicht, sich mit den einigen Fragen selbst auf die Spur zu kommen:

  • Zu welchen Zeiten oder Regelmäßigkeiten treten meine Symptome auf?
  • Gibt es bestimmte Auslöser?
  • Welche Gefühle halte ich dann zurück? Ärger, Trauer, Angst, Schuld?
  • Welche Botschaft könnte mein Körper mir senden?
  • Wie gehe ich aktuell mit Stress um?
  • Welches Bedürfnis habe ich, was brauche ich?

Bewusstes Reflektieren ist oft der erste Schritt zu einem besseren Selbstverständnis - und kann der erste Schritt zu einer gesunden Veränderung sein.

 

Psychosomatische Beschwerden selbst behandeln

Heilen werden bedeutet nicht, das Symptom "weg zu machen", sondern in das innere Gleichgewicht zurück zu finden !

  1. Medizinische Abklärung: Akute, organische Ursachen immer zuerst ausschließen. 

  2. Stressabbau & Entspannung 
    Yoga, Meditation, bewusste Pausen, Bewegen und Aufenthalt in grüner Natur bringen das Nervensystem ins Gleichgewicht [2].

  3.  Gefühle an die Oberfläche fließen lassen
    Tagebuch schreiben, intuitives Schreiben und Malen können helfen, Gefühle zu entdecken und auszudrücken. Falls dies eher noch mehr beschwert oder überfordert als erleichtert, besser professionelle Hilfe zu Rate ziehen.

  4. Selbstfürsorge
    Lernen, Grenzen zu setzen und um Hilfe zu bitten. Wenn nötig Entlastung einfordern, liebevoller mit sich selbst umgehen. Schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle hinterfragen, entlarven und loslassen.

  5. Therapeutische Unterstützung
    Mit Methoden wie z.B. Hypnose, EMDR, EFT, systemisches Aufstellen können innere Konflikte nach oben geholt und mit passenden Interventionen der Selbstheilungsprozess angestoßen werden.

 

Seele und Körper in eine gesunde Balance bringen

Alle Arten von körperlichen Beschwerden oder Schmerzen sind echte, reale Leiden – und sehr oft auch wichtige Hinweise auf unsern inneren Zustand. Unser Körper kann für unsere Seele sprechen - vor allem, wenn die schon seit längerem versucht, uns auf wichtige Bedürfnisse oder Verletzungen aufmerksam zu machen. Rückenschmerzen, Magendruck, Hautprobleme, Bluthochdruck oder Schlafstörungen sind oft Ausdruck dessen, was im Inneren nach Beachtung ruft. 

Wer seine Körperzeichen versteht und achtet, kann bewusster leben, Konflikte schneller und besser lösen und seine Gesundheit auf allen Ebenen fördern.

Zum Schluss noch ein praktischer Tipp für den Alltag

Wenn du das nächste Mal ein Symptom spürst, halte einen Moment inne und frage dich:

  • Welche Gedanken beherrschen gerade meinen Kopf? 
  • Welche Emotion fühle ich gerade?
  • Was spüre ich gerade im Körper?
  • Was könnte ich mir jetzt Gutes tun? Was brauche ich jetzt?

Wenn du magst, notiere dir die Antworten auf die Fragen und die Situation. Das kann dir helfen, alte Mustern bewußt zu machen und zu meistern.
(Selbst-) Bewußt werden ist die Grundlage für eine gesunde Veränderung 😇. 

 

Iris Naumann
Iris Naumann
Die Autorin
Iris Naumann

Ich bin Iris Naumann, Heilpraktikerin seit 2004 und begleite Sie mit Herz, Fachwissen und all meiner Erfahrung auf Ihrem Weg zu mehr Gesundheit, Klarheit und innerer Freiheit.

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